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 Schnabelburg-Ruine 1975
Die Burgruine 1975.
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Der übermütige Walter von der Schnabelburg

Eine Burg, zwei Geschichten: Die Schnabelburg gehört in Langnau bereits in der Primarschule zu den Eckpfeilern der lokalen Geschichte. In der Langnauerpost 122 beleuchtet Autor Christian Sieber den bekannten Teil der heutigen Ruine auf dem Grat zwischen Albispass und Albishorn. Im zweiten Teil in einem Jahr folgt der Blick auf bisher unerschlossene Dokumente.

Genauste Daten, wann die Schnabelburg erbaut wurde, gibt es nicht: «Im 13. Jahrhundert» muss genügen. Wichtigster Schlossherr war Walter von Eschenbach, gegen Ende dieses 13. Jahrhunderts. Es sollte nicht lange dauern, so nannte er sich nach der Burg – Walter von Schnabelburg-Eschenbach. Er war für die Glorie des Gebäudes zuständig – aber auch für dessen tiefen Fall.
1309 liess er sich, zusammen mit drei weiteren Lokalpotentaten, von Johan von Schwaben für ein Komplott gegen den deutschen König einspannen. Pikant: Johan war der Neffe des Königs, dem er vorwarf, ihm Ländereien vorzuenthalten. Bei Brugg im heutigen Aargau sollte der König ermordet werden. Das Vorhaben misslang – und wenige Monate später rückten die Schergen des Königs der Schnabelburg auf die Pelle. Sie wurde zerstört, Walter von Schnabelburg jedoch konnte fliehen.

100 Jahre FC Langnau
Einer hat es bis in die Nationalmannschaft gebracht: Peter Traber. Ein anderer, Peter Suter, war fangsicherer Torhüter in der damaligen Nationalliga A. Und die Balmer-Zwillinge bestritten fast ihre gesamte Karriere, in A- und B-Klubs, zusammen. Ihre Gemeinsamkeit? Es sind alles Eigengewächse des Fussballclubs Langnau. Er feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.
Der erste Platz befand sich oberhalb der ehemaligen SZU-Station Gontenbach. Schon in den 1920er-Jahren zügelte man aber an den heutigen Standort, auf die Sihlmatte. Umjubelte Aufstiege in eine höhere Spielklasse und schmächliche Verdammnis in unterste Ligen wechselten sich über die Jahrzehnte ab.

Seit einem halbe Jahr steht er, der Neu- und Umbau der «Tanne», des Heims für mehrfach sinnesbehinderte Menschen. Bei vielem musste man Neuland betreten, andere Institutionen dieser Grösse gibt es in der Schweiz nicht. Die «Langnauerpost» analysiert die Situation zusammen mit Geschäftsleiter Mirko Baur.

Werner Zuber, Redaktionsleiter
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